Kategorie-Archiv: Kiezversammlung

Termine von der 3. Kiezversammlung

Bedrohte Späti und Änderungsschneiderei Oranienstraße 35

Telefonaktion für den Erhalt
15.05.; den ganzen Tag
Eigentümer Bauwerk Immobilien: 030/887 142 19
Hausverwaltung Krasemann: 030/927 0530
Hauptstelle in Hannover : 0511/283 970

Nachbarschaftsversammlung rund um die Oranienstraße

18.05.; 19 Uhr rechts neben Café Kotti (Adalberststraße) die Empore hoch im Seminarraum

Kundgebung in der Oranienstraße vor den bedrohten Läden

20.05; 16.00 Uhr; Oranienstraße 35

Fantastic Foxhole Hostel

Workshop zu Touristifizierung von NAchbarschaftsinitiative Weserkiez
12.05.; 19.00 Uhr; Nikodemuskirche; Nansenstraße 12; Reuterkiez

Cornern (gemeinsames Limo und Bier trinken auf der Straße) vor dem Fantastic Foxhole Hostel, Weserstrasse 207, 19.5.; ab 18 Uhr

Selbstorganisation

Straßenfest für Selbstorganisierung
20.05.; 14.00 Uhr; Wipperstraße (Nähe des S+U Neukölln)

Bündnis der Otto+Suhr Siedlung und Umgebung (Boss&U)

Fest in der Otto-Suhr-Siedlung vom Mietenbündnis
27.05.; ab 11.00 Uhr; vor der leerstehenden Bibliothek in der Oranienstraße Ecke Lobeckstraße

Kundgebung vor der Zentrale der Deutsche Wohnen AG
02.06.; 11.00 Uhr; Mecklenburgische Straße 54

Kotti & Co

Nachbarschaftsfest am Kotti
19.05.; 16.-19.00 Uhr; Kottbusserstr./Admiralstr. Bei blog_huette

Lärmdemonstration ; 6 Jahre Gecekondu
26.05.; 17.00 Uhr, Start am Gecekondu KottbusserTor/Admiralstraße

Drugstore, Schöneberg

Tag der offenen Tür vom (akut räumungsbedrohten) Drugstore
27.05.; ab ca. 15.00 Uhr; Potsdamerstraße 180

Kiezspaziergang Schöneberg
27.05; 13.00 Uhr; Nollendorfplatz; weitere Infos: www.gentrifidingsbums.blogsport.de

Mieter*innen der DeGeWo Häuser rund um Mariannenplatz/Naunynstraße/Waldemarstraße

Offenes Treffen der Initiative
Jeden Dienstag; 18.00 Uhr; AWO Adalberststraße 23A

Google Campus

Infoveranstaltung zum Konzern Google und den möglichen Auswirkungen ihres Campus in Kreuzberg
Irgendwann im September; SO36

Straßenfest im Reichenbergerkiez
09.09.; ab 14 Uhr

Gemeinsame Demonstration

Bundesweite Welcome United Demonstration; Idee einen Mietenpolitischen Block zu organisieren
16.09.

3. Kiezversammlung gegen Verdrängung im SO36

* 3. Kiezversammlung gegen Verdrängung
* Donnerstag, 11.5.2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
* SO36, Oranienstr. 190, Berlin-Kreuzberg


4 Läden sind gerettet, aber andere Gewerbetreibende und Mieter*innen müssen um ihre Existenz bangen. Mit erfolgreichen Aktionen sind wir gestartet, aber noch bangt jede 2. Mieter*in darum, ob sie oder er sich die Miete in Zukunft leisten kann. Degewo-Mieter*innen am Marianenplatz, Mieter*innen in der Otto-Suhr-Alle und am Kottbuser Tor haben sich gerade organisiert.

Aber auch die Infrastruktur ist gefärdet, das Bärwaldbad muß schließen. Nach der 1. Kiezversammlung haben wir demonstriert, unmittelbar nach der 2. Kiezversammlung sind wir raus auf die Straße zur Sponti. Bei einem spontanen Besuch der Stadtentwicklungssenatorin haben wir Forderungen gestellt.

Mal sehen, was uns diesmal einfällt…
Kommt zahlreich, denn es ist immer noch unsere Stadt!

Mobimaterial zum runterladen, ausdrucken, verteilen
Die dritte Kiezversammlung – Flyer A5
Die dritte Kiezversammlung – Plakat A4

Bericht zur 2. Kiezversammlung am 21.3. im SO36

Auch zur 2. Kiezversammlung kamen wieder ca. 350 Nachbar*innen und Aktivist*innen. Der als Bantelmann-Laden bekannt gewordene 1000-kleine-Dinge-Shop aus dem Wrangelkiez konnte seinen Erfolg genauso feiern, wie die Bäckerei Filou aus der Reichenbergerstraße.

Ein Vertreter aus der Unterstützer*innengruppe GloReiche betonte, dass es die Vielfalt der Proteste war, die letztendlich zur “Verhandlungsbereitschaft” der Eigentümer führte. Zwei Läden waren gerettet, viele neue kamen allerdings hinzu. Taekker, der Eigentümer der Lausitzerstraße 10 – der anfangs eingelenkt hatte – erweist sich doch als hammerharter Gegner. Noch scheint es, dass sich Taekker nicht für die Mieter interessiert, angesichts der vielen Millionen Gewinne, die er aus einem von der Stadt ehemals fast verschenkten Gebäude herausholen kann. Die Mieter*innen der Lause wollen sich weiter vernetzen und verwiesen auf die Abenddemo im Nordkiez am 22. April und kündigten weitere Aktionen an. Ähnlich und noch dramatischer liegt die nahende Katastrophe Kiezladen in der Friedelstraße 54. Sie zahlen bereits seit letztem Sommer keine Miete mehr und werden geduldet, rechnen aber mit dem Brief der Gerichtsvollzieherin bereits vor dem 1. Mai. Immer Sonntags findet vor der Friedel eine Kundgebung statt.

Aber es wurde nicht nur von bevorstehenden Zwangsräumungen geredet, sondern es wurden auch sofort Aktionen gegen diese gewalttätigste Form der Verdrängung geplant und verabredet. So soll die Änderungsschneiderei in der Oranienstraße 35 verschwinden. Dagegen findet noch diese Woche eine gemeinsame Telefonaktion bei den Verantwortlichen statt, indem der Kiez den Verantwortlichen mitteilt, was er davon hält. Einigkeit herrschte im Saal darüber, dass die Änderungsschneiderei auf gar keinen Fall verschwinden darf. Gerade diese Art der Konsumverweigerung gegen den Warenfetischismus muß hier im Kiez erhalten bleiben. Wir sind gespannt, wie die Verantwortlichen auf das Dialogangebot reagieren. Vor Weihnachten konnte gerade eine Zwangsräumung mittels einer Telefonaktion aufgehalten werden. Eine Münchener Immobilienfirma knickte damals schlußendlich ein.

Auch für den legendären Buchladen Kisch&Co ist noch keine Entwarnung in Sicht. Obwohl der Eigentümer Berggruen für seinen Kulturgeschmack weit über die Grenzen Berlins bekannt ist. So berichtete eine Frau davon, welche Rolle Berggruen in der Kulturszene in NewYork spielt. Ein Nachbar hatte bei der Berggruenholding nach der Kiezdemo im Februar ein Buch mit der Widmung “Können Sie ohne Bücher leben?” vorbei gebracht. Update: Es gab eine Einigung zwischen Kisch & Co und Berggruen.

Um das Nachdenken und Besinnen auf die wichtigen Dinge im Leben zu vertiefen, wurde eine Kundgebung vor dem Büro der Nicolas Berggruen Holdings GmbH in der Fasanenstraße 77 am Freitag, dem 31.3. um 12 Uhr verabredet. Auch die Mieter*innen in den Häusern von Berggruen in Kreuzberg sollen dazu eingeladen werden. Anregungen will man sich bei der aktuellen Ausstellung im Berggruenmuseum mit dem Titel “Confrontation” holen.

Bereits organisierte Mieter*innen aus der Otto-Suhr-Siedlung und von der DeGeWo rund um den Marianenplatz sprachen von flächendeckenden Mieterhöhungen durch die fast alle Mieter*innen jetzt von Verdrängung bedroht sind. Die Wut im SO36 errrreichte den Siedepunkt. Man verabredete sich für eine clandestine Aktion bei Verantwortlichen und beendete den Abend mit einer Sponti vor der Tür. Eins wurde klar an diesem Abend, Kreuzberg verteidigt sich und steht zusammen und es werden immer mehr, die von Verdrängung bedroht sind und sich wehren. Die Polizei war schnell mit Mannschaftsstärke aufgefahren, kurzzeitig stand man sich auf der Oranienstraße Auge in Auge gegenüber, drehte um und war auch vom Heini aus bereits abgeriegelt, Scheinwerfer blendeten. Aber dann fand sich doch noch ein Verantwortlicher für die Polizei und gemeinsam ging man bis zum Kotti. Im Nachgang wurden zwei Festnahmen gemeldet, unter anderem wegen Vermummungsgefahr mit einem gelben Schal mit roter Paspel. Der Schal wurde von der Polizei beschlagnahmt. Der Repressionsfonds vom Bündnis Zwangsräumung verhindern steht bereit. Denn wenn bereits ein gelber Schal mit roter Paspel zum Zwecke der Vermummung herhalten muß, dann scheint Kreuzberg noch zu retten sein.

2. Kiezversammlung gegen Verdrängung im SO36

* 2. Kiezversammlung gegen Verdrängung
* Dienstag, 21.3.2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
* SO36, Oranienstr. 190, Berlin-Kreuzberg

Mieterinnen und Mieter werden aus ihren Wohnungen verdrängt. Aber auch Läden und Gewerbe sind bedroht. Mietparteien der DeGeWo wehren sich gegen unverschämte Mieterhöhungen, Die Otto-Suhr-Siedlung wird durch die Deutsche Wohnen mit Modernisierungsmaßnahmen drangsaliert .

Der-alles-mögliche-Laden Bantelmann in der Wrangelstrasse
*, das Cafe Filou in der Reichenberger-/Glogauerstraße**, der Buchladen Kisch & Co in der Oranienstrasse sind von Kündigung betroffen und die Lausitzerstraße 10/11 ist vielleicht vom Verkauf und Umwandlung in Lofts bedroht. Aber alle wollen nicht kampflos aufgeben und wir werden sie dabei unterstützen.

Bei der 2.Kiezversammlung wollen wir schauen, wie der aktuelle Stand ist und was die Proteste bisher gebracht haben. Wir wollen konkrete Aktionen vorschlagen, den Mythos SO36 wieder unterfüttern und schauen ob und wie wir die Kiezversammlung verstetigen können.

* Update:
Bantelmann hat einen 3-Jahres Mietvertrag bekommen. Das ist eine Erfolg der vielfältigen Proteste. Ein Grund mehr zur Kiezversammlung zu kommen und weiter zu machen.

** Update 2:
Auch das Cafe Filou hat Aussicht auf einen Mietvertrag. Es gibt also bei der Kiezversammlung noch was zu feiern. Aber bei den weiterhin bedrohten Projekten und Mieter*innen noch genug Gründe sich zu organisieren und weiter zu kämpfen.

Mobi für die 2. Kiezversammlung
Ein Plakat oder Flyer für die Kiezversammlung zum selber ausdrucken und aufhängen oder verteilen gibts hier zum download.

Die Kiezversammlung im SO36 am 9.2.

Am 9. Februar trafen sich ca. 350 Menschen im SO36 zu einer ersten Kiezversammlung.

Aktuell stehen 4 Orte kurz vor der Räumung. So berichteten die Betreiber des Ladens Bantelmann aus der Wrangelstraße, dass sie Ende März den Laden verlassen sollen. Damit wäre das vielfältige Angebot für kleines Geld für immer aus dem Kiez verbannt. Das würde vor allem die Mieter treffen, die sich die weiter steigenden Mieten bald nicht mehr leisten können. Ähnlich sieht es bei der Bäckerei Filou aus der Reichenbergerstraße aus. Der Eigentümer macht auf “Nachhaltigkeit”, aber vom Protest der Anwohner*innen lässt er sich bisher nicht beeindrucken. Die nächste Chance dafür ist diesen Sonnabend um “Fünf vor zwölf” (Uhrzeit und Motto zugleich) vor dem Bäcker an der Kreuzung Reichenberger/Glogauer.

Einen Etappensieg hatten tags zuvor die Lause 10 erreicht. Taekker hat den Vertrag mit Engel und Völkers aufgekündigt. Der hatte das Grundstück für 19 Mio vermarkten wollen, das noch vor einiger Zeit dem Bezirk gehörte. Taekker hatte es für etwas mehr als 3 Mio dem Bezirk abgekauft.

Ähnliche Gewinnhoffnungen führten auch bei dem Buchladen Kisch & Co. zur Kündigung. Der Eigentümer erhöhte die Miete auf 20Euro/qm. Obwohl der Buchladen noch mit einem Gegenangebot von 18Euro/qm mit dem Vermieter ins Gespräch kommen wollte, hatte der in der Zwischenzeit bereits einen neuen Mieter gefunden.

Schnell wurde in der Kiezversammlung klar, dass ein Kiezgedächtnis aus Besetzerzeiten noch aktivierbar ist. In SO36 hat das Kapital immer auch einen Namen. Die Adressen der von Gewinnsucht getriebenen Vermieter wurden auf Plakate geschrieben, einige Protestformen wieder in Erinnerung gebracht. Nach einer regen Stimmung kam der Vorschlag, diese Kiezversammlung zu wiederholen. Auch das Bedürfnis nach mehr Zeit zum gemeinsamen Planen kam auf. 3 Tage vor dem 1. Mai wolle man nun eine Dauerassamblea auf einem der Plätze im SO36-Kiez veranstalten.

In der Zwischenzeit probiert sich ein ganzer Kiez in Protestlaune zu schaukeln. Am Ende bot sich die aktuelle “Ton Steine Scherben” an, um den 1. Mai herum zu spielen. Bei den Älteren im Saal kam die Erinnerung wieder auf, dass damals nach den Scherbenkonzerten immer ein Haus besetzt wurde. Für dieses Mal ging man in Kleingruppen in die Nacht.

Zur Demo am 25. Februar wurden zahlreich die frisch aus dem Druck angelieferten Plakate und Flyer mitgenommen. Wer die Kiezversammlung verpasst hat, kann schnell den Anschluß an die Bewegung finden, indem mensch Plakate bei Kisch & Co. in der Oranienstraße abholt und klebt.

Proteste im SO36 sind immer auch zum Selbermachen.

Do., 9.2., 18.30 // SO36 // Kiezversammlung gegen Verdrängung

kiezversammlung_20170209

* Kiezversammlung gegen Verdrängung
* Donnerstag, 9.2.2017, 18.30 Uhr
* SO36, Oranienstr. 190, Berlin-Kreuzberg

Mieterinnen und Mieter werden aus ihren Wohnungen verdrängt. Aber auch Läden und Gewerbe sind bedroht. Läden, die es schon lange gibt, wo wir unseren täglichen Kram kaufen. Gewerbe, wo viele Leute arbeiten, die wir kennen. Sie müssen zu machen, weil Eigentümer die 4-fache Miete kassieren wollen. Dann kommt dort noch ein Tourie-Yuppie-Schicki-Micki-Laden rein. Den braucht kein Mensch und leisten können wir uns den sowieso nicht.

Gerade im Moment sind der-alles-mögliche-Laden Bantelmann in der Wrangelstrasse, das Cafe Filou in der Reichenberger-/Glogauerstraße, der Buchladen Kisch & Co in der Oranienstrasse von Kündigung betroffen oder wie die Lausitzerstraße 10/11 vom Verkauf und Umwandlung in Lofts bedroht.

Aber sie wollen nicht kampflos aufgeben und wir werden sie dabei unterstützen. Denn heute trifft es sie, morgen einen anderen Laden oder eine Mieterin, einen Mieter nach dem nächsten.

Der Widerstand gegen Verdrängung hat aber auch schon einiges geschafft. Wir haben Zwangsräumungen verhindert oder Leuten eine andere Wohnung erkämpft. Wir sind der Politik und den Immobilieneigentümern gehörig auf den Wecker gegangen.

Gemeinsam können wir was reissen und den einstigen widerspenstigen Mythos von Kreuzberg wieder lebendig machen! Deshalb kommt zur Kiezversammlung! Lasst uns zusammen Pläne schmieden, wie wir uns wehren können! Gegen hohe Mieten, Zwangsräumung und Verdrängung!